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Carbotech AG: Gleichstellungsfreundlichkeit ist eine Selbstverständlichkeit

Die Carbotech AG ist gleich in mehrerer Hinsicht ein spezielles Unternehmen. Neben den gleichstellungsfreundlichen Arbeitsbedingungen hat die Firma auch eine neue, auf den ersten Blick ziemlich exotische, Organisationsstruktur. Seit dem 1. September 2019 hat Carbotech zur Holakratie umgestellt und damit Vieles von Grund auf verändert, aber bezüglich Gleichstellung war die Firma schon vor der Umstellung vorbildlich.

Pioniergeist und stetige Weiterentwicklung

1987 wurde die Carbotech AG in Basel gegründet. Heute sind die angebotenen Dienstleistungen schwerpunktmässig in den beiden Bereichen „Umweltberatung“ und Schadstoffberatung“ angesiedelt. Zu den Kund*innen gehören Unternehmen, die öffentliche Hand, aber auch andere Organisationen.

Seit ihrer Gründung, also seit über 30 Jahren, entwickelte sich die Carbotech stetig weiter. Der Fokus wurde dabei auf Eigenverantwortung, Flexibilität, Wertschätzung von Kund*innen und Mitarbeitenden, sowie auf transparente Kommunikation gelegt. Ein bevorstehender Generationenwechsel in der Firmenleitung führte zu einer intensiven Auseinandersetzung mit neuen Organisationsformen und schlussendlich nach einem erfolgreichen Pilotversuch zur Umstellung auf Holakratie. Diese Organisationsform schafft die klassische Hierarchie ab und arbeitet dafür mit Rollen (für die Mitarbeitenden) und Kreisen (für Projekte und einzelne Bereiche). In den Kreisen sind mehrere Rollen zusammengefasst; sie organisieren sich selbst. Die Mitarbeitenden sind zugleich Aktionär*innen und besitzen gemeinsam die Firma.

Diese Umstellung wäre nicht möglich gewesen, wenn die Carbotech AG nicht vorher schon sehr innovativ und offen für Neues gewesen wäre.

Katrin Loder, Hauptaufgaben in den Rollen Personal und Services, meint dazu: „Ich habe diese Firma von Anfang an so wahrgenommen, dass es extrem viele Möglichkeiten für die Gleichstellung gibt. Diese Offenheit hat meinen Entscheid für diesen Job beeinflusst, so dass ich deswegen mit bald 50 nach Basel gezogen bin“.

Caroline Becker, Projektleiterin im Bereich Umweltberatung, ergänzt: „Als ich mich bei der Carbotech erfolgreich beworben habe, war ich im 9. Monat schwanger. Es war klar, dass ich ein halbes Jahr später meine Stelle antreten kann. Ich arbeite 60% und hätte an keinen besseren Ort kommen können, was die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit betrifft. Wir haben Jahresarbeitszeit und zudem eine enorme Flexibilität bei der Einteilung der Präsenzzeit.“

Flexible Arbeitszeiten haben einen Einfluss auf die private Lebensgestaltung

Diese Flexibilität ermöglicht es, Gleichstellung in der Familie zu leben. Dazu Caroline Becker: „Es ist schön, wie das gelebt wird, von Männern und von Frauen. Bei uns im Team haben wir sehr engagierte Väter, die in ihrer Familie eher die Haupt-Carearbeit übernehmen und zum Beispiel zu Hause bleiben, wenn ihre Kinder krank sind“.

Nach diesen Aussagen erstaunt es nicht, dass bei Carbotech fast alle Mitarbeitenden Teilzeit arbeiten. Die Firma bietet einen Vaterschaftsurlaub von 2 Wochen und die Möglichkeit, unbezahlten Urlaub von bis zu 6 Monaten zu nehmen – „ohne dass das gross ein Thema ist“, bestätigt Katrin Loder. Zudem wird ein gestaffelter Wiedereinstieg mit einem langsam gesteigerten Arbeitspensum ermöglicht und auch eine langfristige Pensenreduktion ist durchaus realisierbar.

Eine weitere Besonderheit bei Carbotech ist, dass absolute Lohntransparenz herrscht. „Alle Mitarbeitenden können einsehen, wer welchen Lohn hat,“ sagt Caroline Becker, „darauf kann die Carbotech wirklich stolz sein.“

Sowohl die Lohntransparenz als auch die flexiblen Arbeitszeiten gab es übrigens schon vor der Umstellung auf Holakratie...

Diversität ist das nächste Thema

Beim Gespräch mit den beiden Mitarbeiterinnen wird klar, dass die Gleichstellung der Geschlechter bei der Carbotech so selbstverständlich ist, dass sie gar nicht mehr gross thematisiert wird. Aktuell ist das Verhältnis von Frauen und Männern praktisch 50:50 und es fällt bei der Rekrutierung mehr ins Gewicht, wer an welchem Standort arbeitet; auch die Frage des Alters ist wichtiger. „Ich behaupte, dass die Altersstruktur der Mitarbeitenden uns in den nächsten Jahren viel stärker beschäftigen wird, als die Gleichstellung oder das Verhältnis der Geschlechter,“ meint Katrin Loder.

Im Rahmen eines Innovationsprojekts hat ein Mitarbeiter eine Gemeinwohl-Ökonomiebilanz des Unternehmens gemacht. Daraus wurde ersichtlich, in welchen Bereichen die Carbotech AG noch Verbesserungspotenzial hat. Ein Bereich ist die Diversität. Caroline Becker: „Das ist ein interessanter Prozess. Die Diversität bei der Carbotech ist im Bezug auf Hautfarben, körperliche Beeinträchtigungen oder nicht-deutschprachigen Migrationshintergrund nicht sehr gross“.

Katrin Loder erwähnt, dass Gelegenheiten, die Diversität zu vergrössern, gerne angenommen werden. So wurde zum Beispiel in der Vergangenheit in den zentralen Diensten im Rahmen eines Ausbildungsprogramms eine Afghanin angestellt. „Wir verfolgen die Diversität als eigenes Projekt jedoch noch nicht aktiv.“

Das Verbesserungspotenzial ist also erkannt und die Carbotech wird sicher Wege finden, um die Diversität in verschiedensten Bereichen zu verbessern. Bei der Gleichstellung der Geschlechter darf Carbotech unbestritten als Vorbild bezeichnet werden. Die Dynamik, die in diesem Unternehmen deutlich spürbar ist, lässt es aber nicht zu, dass man sich auf den Lorbeeren ausruht.

Auf die weitere Entwicklung dürfen wir gespannt sein!

Bild oben: Caroline Becker
Bild unten: Katrin Loder

Steckbrief Carbotech

  • Standorte: Basel und Zürich

  • Gründung: Die Carbotech AG wurde 1987 in Basel gegründet

  • Tätigkeit: Die Carbotech AG bietet vielfältige Dienstleistungen im Bereich Umwelt- und Schadstoffberatung an.

  • Führung: Das Unternehmen ist holakratisch organisiert, d.h. die klassischen Hierarchien wurden abgeschafft.

  • Verwaltungsrat: 4 Männer, 2 Frauen

  • Mitarbeitende: 26 davon 13 Frauen