Oktober 2014

Die ffu-pee sagen Nein zur Ecopop-Initiative!

Im Oktober haben wir eine Urabstimmung bei unseren Mitgliedern durchgeführt, um im Abstimmungskampf gegen die Ecopop-Initiative anzutreten. An der Urabstimmung haben sich 323 FachFrauen aus der ganzen Schweiz beteiligt und sich deutlich für einen Beitritt zum Komitee "Ja zur Umwelt - Nein zu Ecopop" ausgesprochen.

Die ffu-pee möchten damit klar gegen diese Initiative Stellung ergreifen, welche aus folgenden Gründen abzulehnen ist:

1. Aus ökologischen Gründen:

Die Lösungsansätze der Initiative tragen weder zum Umweltschutz noch zu einer nachhaltigen Entwicklung bei. Die Ecopop-Initiative will zwar die natürlichen Ressourcen schonen, setzt aber auf ineffiziente Mittel.
Um den ökologischen Fussabdruck in der Schweiz zu reduzieren ist es zielführend, den Verbrauch pro Kopf zu senken. Es geht also darum, die bestehenden Umweltgesetze und Aktionspläne (z.B. USG, Raumplanungsgesetzt usw.) konsequent umzusetzen anstatt die Zuwanderung zu begrenzen.

2. Aus gleichstellungspolitischen Gründen:

Forschung und Erfahrungen im Bereich Gleichstellung und Entwicklungspolitik zeigen eindeutig, dass das Verhalten in puncto Reproduktion erstens ein Grundrecht und deshalb mit Wahlfreiheit versehen werden muss; es geht also darum, in erster Linie die Stellung von Frauen in der Gesellschaft zu stärken - denn eine Familienplanung, die gegen den Willen und die Bedürfnisse von Frauen durchgesetzt wird, kann es nicht geben.
Die von der Ecopop-Initiative angeführten rund 80 Millionen ungewollten Schwangerschaften pro Jahr können demnach weniger durch familienplanende Massnahmen verhindert werden, sondern vielmehr durch Investitionen in die Bildung von Frauen. Denn die Erfahrung aus der Entwicklungszusammenarbeit zeigt, dass mehr Bildung zu mehr Wohlstand (und damit Unabhängigkeit der Frauen) und damit zu sinkenden Geburtenzahlen führt und nicht umgekehrt!

3. Aus ethischen Gründen:

Gemäss Initiative sollen sich Andere einschränken, damit wir hier unseren hohen Lebensstandard fortführen können. Es ist anmassend wenn wir hier in der Schweiz den Menschen im Süden Vorschriften bezüglich Familienplanung machen, nur damit wir unseren hohen Lebensstandard fortsetzen können.
Vielmehr muss eine Einschränkung des Ressourcenverbrauchs in der Schweiz gefordert und mit geeigneten Massnahmen umgesetzt werden. Die Einschränkung der Einwanderungszahlen ist keine geeignete Massnahme dazu!

Weitere Argumente, die aus Umweltsicht gegen die Ecopop-Initiative sprechen, finden sich auf der Website des "Umwelt ja - Ecopop-Nein"-Komitees. Argumente aus feministischer Sicht finden sich im Positionspapier der Gruppe "Frauenstimmen gegen den Krieg".

In unserer Mitgliederzeitschrift "forum" vom September hat die Ethikerin Sabine Hohl zudem einen Artikel verfasst, welcher die Argumente nochmals klar darlegt. 

Am 30. November stimmen wir über die Initiative ab - wir empfehlen unseren Mitgliedern aus den oben dargelegten Gründen ein Nein zur Ecopop-Initiative.

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